FCK und Fortounis – eine platonische Beziehung

Der 1. FC Kaiserslautern und sein Ex-Spieler Konstantinos Fortounis haben über drei Jahre eine platonische Beziehung geführt. Eine Beziehung, die ohne erfolgreichen Fußball auskam und nur auf vertraglicher Basis beruhte. Nun bleibt ein fader Beigeschmack, denn es geht der wohl talentierteste griechische Fußballer aller Zeiten.

Wir verlieren eines der größten Talente war mein erster Gedanke, als ich hörte, dass Kostantinos Fortounis den FCK verlässt. Der 21-Jährige kehrt in seine Heimat zu Olympiakos Piräus zurück. In der kommenden Saison wird er also dort spielen, wo er meiner Meinung nach sportlich hingehört: in der Champions League. Nun beißen etwa 99 Prozent der FCK-Fans in ihren Schal und erklären mich für verrückt, aber ich halte Fortounis eben für einen begnadeten Fußballer. Er ist schnell (nein, nicht schnell müd), technisch versiert, hat einen guten Schuss und das richtige Auge für die Mitspieler. Kurzum: ein kompletter offensiver Mittelfeldspieler.

Sportlich macht ihm keiner so schnell etwas vor, allerdings  hapert es wohl auf der menschlichen und charakterlichen Seite. Er passt nahezu exakt auf den Spielertyp des Phlegmatikers, wie er im Fußballmanagerspiel Anstoß 3 auftaucht: „Ein solcher Spieler hat mit einer gewissen Regelmäßigkeit Tage, an denen er praktisch gar nicht auf dem Platz ist.“

Rein platonisch: Fortounis und der FCK.

Sicher: 99 Prozent der FCK-Fans kennen den Griechen nicht persönlich, ich auch nicht. Deswegen lässt sich ein Urteil über seinen wahren Charakter kaum fällen, aber bestimmte Beobachtungen verfestigen leider das negative Bild des Ausnahmekönners.

Ein befreundetes und sehr vertrauenswürdiges Vögelchen hat mir mal gezwitschert, dass der 21-jährige Grieche in seinem Vertrag eine Klausel habe, die ihm vorschreibe so und so viele Stunden pro Woche Deutschunterricht nehmen zu müssen. Tue er dies nicht, sei eine Geldstrafe fällig. Sagen wir es mal so: die Mannschaftskasse hat sich wöchentlich gefreut. Auch nach drei Jahren in Deutschland müssen Interviews mit dem Flügelflitzer immer noch über einen Dolmetscher geführt werden. Ob mein Griechisch nach drei Jahren in Griechenland besser wäre, sei dahingestellt, aber ohne Sprachkenntnisse kommt man bei seinem neuen Arbeitgeber in einem neuen Land nicht weit.

Außenverteidiger Chris Löwe bringt es im Interview mit dem Kicker vom 21. Juli auf den Punkt: „Wir haben jetzt eine homogenere Mannschaft. Es ist keiner dabei, der etwa die Sprache nicht spricht und nichts dafür tut, Deutsch zu lernen. Wir hatten in den Vorjahren einige Charakter, die einem Team nicht guttun. Die haben wir nicht mehr.“

So sehr ich den Fußballer Fortounis mag, umso mehr ärgert es mich, wie schlampig er mit seiner Chance beim 1. FC Kaiserslautern umgegangen ist. Schon einmal habe ich versucht, das „Rätsel Fortounis“ zu lösen. Vergeblich. Ich habe ihn auch nie in den Himmel gelobt, wie manch einer behauptet. Vielmehr habe ich gehofft, dass er endlich explodiert und den Status des ewigen Talents ablegt. Dazu wird es in der Pfalz leider nicht mehr kommen. Zu platonisch war die fußballerische Beziehung zwischen den Roten Teufeln und dem Griechen. Zu sehr hat sich der Grieche auf sein fußballerisches Können verlassen und sein Talent verschenkt.

In seiner hellenischen Heimat wird Fortounis sein wahres Können zeigen, davon bin ich überzeugt. Der Schritt, mit 18 Jahren in die Pfalz zu wechseln, kam wohl zu früh und endet nach drei Jahren für beide Seiten erträglich. Der FCK kassiert eine Ablöse (etwa 400.000 Euro) und Fortounis darf zurück in die Heimat – Champions League spielen.

So schließe ich diesen kleinen Abgesang auf einen guten Fußballer mit einem Zitat des Schriftstellers Curt Goetz: „Wer seine Talente als Gaben betrachtet und nicht als Aufgaben, ist ihrer nicht wert.“

2 Gedanken zu „FCK und Fortounis – eine platonische Beziehung“

  1. Als geborener FCK-Fan stimme ich dir hier komplett zu. Ich halte unheimlich viel von Fortounis, und laut Oliver Schäfer war er „der beste Techniker, seit ich beim FCK bin!“ Aber leider hat das nie so wirklich gepasst.
    Vermutlich wird er in Griechenland genau das zeigen, was wir uns in Kaiserslautern alle so lange erhofft haben – Fußball der Extraklasse. Ich werde seine Karriere auf jeden Fall weiter verfolgen und drücke dem Jungen alle Daumen!
    Guter Artikel!

  2. Quuerplatonic-Partnern oder QPs sind manchmal als „Zucchini“ bezeichnet. Wie in ist“er mein Zucchini“. Dies war ursprünglich ein Witz in der asexuellen/Aromantic Gemeinschaft unterstreicht die fehlende Wörter in mainstream Beziehung Diskurs um sinnvolle Beziehungen bedeuten, die nicht folgen der Standard- und erwarteten sexuellen/romantische Normen und Frustration über die Löschung von anderen Arten von Intimität, die ebenso wertvoll für das sexuelle/romantische Modell wahrgenommen wurden. kamagra http://www.de-edapotheke.com/kamagra_generic.html

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