Walter-Elf, Salto-Klose & ein Fast-Vergessener – FCK-Spieler im deutschen WM-Kader

Heute geht es endlich los: Brasilien und Kroatien eröffnen das 18. WM-Turnier der Fußballgeschichte – leider ohne Lauterer Beteiligung. Während Kosta Fortounis (Griechenland), Mo Idrissou (Kamerun) und Karim Matmour (Algerien) immerhin recht knapp an einer Nominierung dran waren, ist der letzte deutsche Nationalspieler aus den Reihen der Pfälzer schon eine Weile her (Marco Engelhardt 2006). Doch in der Vergangenheit fuhren einige Lauterer für Deutschland zu den großen Turnieren – wir zeigen eine Übersicht über erfolgreiche und weniger erfolgreiche pfälzische WM-Teilnahmen.

1954 und 1958 – die Walter Elf:
Diese Namen kennt jeder pfälzische Junge: Fritz und Ottmar Walter, Werner Liebrich, Horst Eckel und Werner Kohlmeyer wurden 1954 sensationell Weltmeister in der Schweiz und haben als Helden von Bern ihren Platz in der deutschen Fußballgeschichte sicher. Zur Mission Titelverteidigung vier Jahre später nominierte Coach Sepp Herberger immerhin noch Fritz Walter und den „Windhund“ Horst Eckel. Es sollten für lange Zeit die letzten Lauterer bei einer WM sein. Die geplante Rückholaktion von Fritz Walter 1962 in Chile scheiterte – der damals 42-jährige Ehrenspielführer lehnte Herbergers Bitten ab.

1982 und 1986 – Hans-Peter Briegel und Andreas Brehme:
72 Spiele absolvierte die „Walz aus der Palz“ für die deutsche Nationalmannschaft und wurde nicht nur 1980 in Italien Europameister, sondern gleich zweimal Vizeweltmeister. Das Laufwunder war bei beiden Turnieren fester Bestandteil des deutschen Teams. 1982 stand er in allen sieben Partien in der Startelf, 1986 in sechs von sieben Spielen – damals war er allerdings schon bei Hellas Verona in Italien unter Vertrag. Stattdessen vom FCK entsandt: Andreas „haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“ Brehme. Er bestritt in Argentinien sein erstes WM-Turnier, Weltmeister wurde er 1990 in Diensten von Inter Mailand.

1994 – Martin Wagner, Stefan Kuntz und Andreas Brehme:

Drei Lauterer bei einer WM, das hatte es seit 40 Jahren nicht gegeben! Der erste ist der beinahe vergessene WM-Fahrer Martin Wagner: 1994 sprang er kurz vor knapp auf Berti Vogts WM-Zug auf und kam sogar in zwei Spielen (Achtelfinale gegen Belgien und Viertelfinale gegen Bulgarien) zum Einsatz. Ebenso schnell wie er ins Team gerutscht war, endete aber auch wieder Wagners Nationalelfkarriere, nämlich am 12. Oktober 1994 nach einem Spiel gegen Ungarn. Kuntz kam einmal zum Einsatz, und zwar für knapp fünf Minuten im Achtelfinale gegen Belgien. Damit standen in diesem Spiel aber alle drei Lauterer gleichzeitig auf dem Feld, denn Andreas Brehme (1993 zum FCK zurückgekehrt) absolvierte jedes der fünf deutschen Spiele (wenn auch nicht immer über die volle Distanz).

1998 – Olaf Marschall:
Es war eine (fast) perfekte Saison für Olaf Marschall: Erst schoss er den FCK mit 21 Treffern zur Sensations-Meisterschaft, dann wurde er hinter Ulf Kirsten Zweiter in der Torjägerliste und durfte zur Belohnung auch noch mit zur WM nach Frankreich. Vor der Wende absolvierte Marschall bereits vier Spiele für die DDR, sein Debüt für das DFB-Team feierte er in jedem Spiel gegen Ungarn, das Martin Wagners letztes gewesen sein sollte. Bei der WM 1998 kam der Stürmer mit der Lockenpracht und dem schicken Nasenpflaster nur beim Viertelfinalaus gegen Kroatien zum Einsatz, darf sich aber immerhin nicht nur 13-facher Nationalspieler, sondern auch WM-Fahrer nennen.

2002 – Miroslav Klose:
Muss man zu Miro Kloses Performance in der Nationalmannschaft noch was sagen? Ewiger Rekordtorschütze, die zweitmeisten Länderspiele für den DFB, hoffentlich bald Rekordtorjäger aller Weltmeisterschaften – Miro Klose ist eine spielende Legende. Angefangen hat alles am 24. März 2001, als Klose beim 2:1 gegen Albanien in Leverkusen kurz vor Schluss das entscheidende Tor erzielte. In seinem ersten WM-Spiel gegen Saudi-Arabien traf Salto-Miro dann gleich dreimal per Kopf, insgesamt standen am Ende fünf Treffer zu Buche. Ein Wahnsinn. In Brasilien spielt der Deutsch-Pole seine mittlerweile vierte Weltmeisterschaft – und wartet nun auf einen würdigen Lauterer Nachfolger im DFB-Trikot.

Bildquelle: fck.de, dfb.de

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