Vorbericht: Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf: „Endlich belohnen!“

Eigentlich sind die Voraussetzungen gut: Es wird ein Flutlicht-Spiel, es kommt ein Traditionsgegner und das Wetter soll ebenfalls gut werden. Doch der 1. FC Kaiserslautern ist nach drei Pflichtspielen noch ohne Sieg. Das soll sich am Montag, dem 29. August ab 20.15 Uhr zuhause gegen Fortuna Düsseldorf ändern.

Was los Betze, sieg ma‘! Der 1. FC Kaiserslautern ist in dieser Saison schlechter aus den Startblöcken gekommen als die deutschen Schwimmer bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Die Gründe dafür sind (scheinbar) schnell gefunden: individuelle Fehler. Diese will man schleunigst „abstellen“. Nur wie? Individuelle Fehler lassen sich nicht per Knopfdruck eliminieren.

Team soll sich belohnen

„Die Spieler waren weniger enttäuscht, sie waren vielmehr sauer, dass sie sich nicht belohnt haben“, berichtet FCK-Trainer Tayfun Korkut. Um die Belohnung schneller herbeizuführen ist der 1. FC Kaiserslautern auf der Suche nach Spielern, die diese Fehler hinter sich haben, sprich erfahren sind. Einer dieser Kandidaten ist Neuzugang Mensur Mujdza. Der 32-Jährige Rechtsverteidiger kommt vom SC Freiburg. Das berichtet jedenfalls der Kicker. Eine Spielberechtigung ließ sich bis Montag jedoch nicht herzaubern. Mujdza kommt mit der geballten Erfahrung von 100 Bundesligaspielen in die Pfalz.

Gegen den kommenden Gegner Fortuna Düsseldorf muss FCK-Trainer Korkut also vermutlich noch mit dem „alten“ Spielerkader vorliebnehmen. In der Liga dümpelt der FCK nach zwei sieglosen Spielen zum Start im (zum Glück) noch nichtssagenden Niemandsland der Tabelle herum. Es kann also nur besser werden! Wie beim Gegner aus Düsseldorf, der mit zwei Siegen und einem Remis gestartet ist. Zuletzt gab es einen 1:0-Sieg beim VfB Stuttgart, im Pokal siegte die Fortuna 3:0 beim FC Hansa Rostock. Worauf muss ich der 1. FC Kaiserslautern gefasst machen?

Erfahrenes Team aus Düsseldorf

Auf eine umgebaute Düsseldorfer Mannschaft, die offensiv fulminant nachgebessert hat. Zweitliga-Knipser Rouwen Hennings (28, in der letzten Saison 17 Treffer für den Kalrsruher SC) wurde in dieser Woche vom englischen Zweitligisten FC Burnley ausgeliehen. Ob der Stürmer gleich gegen den FCK ran darf, ist fraglich. „Wir haben zwar bis zum Lautern-Spiel noch ein paar Trainingseinheiten, aber ich würde mir schon wünschen, Rouwen am Montag im Kader zu haben“, sagt Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel. Bereits ohne Hennings gelangen der Fortuna drei Tore in den ersten zwei Spielen. Auffälligster Kicker bislang: Ihlas Bebou (21). Er traf bisher einmal, wird demnächst wohl seinen Platz für Hennings räumen müssen.

Taktisch stellt Funkel die Düsseldorfer im 4-2-3-1 auf. Hinter dem Stürmer beackerten der unkaputtbare Dauerläufer Axel Bellingenhausen (33) auf links und Neuzugang Jerome Kiesewetter (23) die rechte Außenbahn. Zentral dahinter ordnet Routinier Oliver Fink (34) das Spiel. Talent Mark Sobottka (22) hat sich im defensiven Mittelfeld dahinter ebenso in die Startelf gespielt wie Adam Bodzek (30). In der Abwehr dürften zuletzt Lukas Schmitz (27), Alexander Madlung (34), Kevin Akpoguma (21) und Julian Schauerte (28) ran. Torwart Michael Rensing (30) verfügt ebenfalls über reichlich Erfahrung.

Weniger Stars, viele Verletzte

Es fällt auf, dass der Kader der Fortuna im Gegensatz zum letzten Jahr nicht mehr ganz so glänzt. „Stars“ wie Kerem Demirbay (23, trägt seine Mäntel nun bei der TSG Hoffenheim) oder Didier Ya Konan (32, stand bislang nicht im Kader) sind weitergezogen oder spielen keine Rolle mehr. Der erfahrene Trainer Friedhelm Funkel setzt in diesem Jahr auf eine Mischung aus erfahrenen Spielern und Talten – bislang mit Erfolg. Der Triumph gegen den VfB Stuttgart dürfte der Mannschaft noch mehr Selbstvertrauen gegeben haben. Doch während es auf dem Platz rund läuft, macht die Fortuna ihrem Namen bislang im medizinischen Bereich keine Ehre. Gleich sechs Spieler fallen aus. Abwehr-Turm Madlung hat es am Rücken erwischt – sein Einsatz auf dem Betze steht auf der Kippe.

Apropos Kippe! Abwehrfehler, wie in den ersten beiden Spielen, werden bei den Rauchern im Stadion am Montag nicht gerade für Abstinenz sorgen. Anders lassen sich Dialoge wie am Samstag vor dem Spiel auf dem Lautrer Wochenmarkt kaum erklären: „Heer, am Mondah is werre Betze, gell?“, „Jo, bei Flutlicht. Aber die verliern jo eh …“

„Der Ansatz ist klar, natürlich erstmal die Fehler abzustellen, so schnell wie möglich. Der andere Ansatz ist aber auch klar: Wir müssen unsere guten Phasen durchziehen und durchspielen. Über die 90 Minuten, das ist das Ziel. Wir wollen das Spiel am Montag mit drei Punkten beenden“, sagte FCK-Trainer Tayfun Korkut auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

17.000 Karten wurden bisher verkauft – die Geduld einiger euphorischer FCK-Anhänger scheint schon nach den ersten drei Pflichtspielen verflogen. Zeit für die Belohnung!

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