FCK-Neuzugang: Wer ist eigentlich Mateusz Klich?

Die magische Nummer 23 von Ex-FCK-Spieler Florian „Magic“ Dick ist wieder vergeben. Sie ziert nun den Rücken unseres polnischen Neuzugangs Mateusz Klich. So weit, so gut. Aber wer ist eigentlich Mateusz Klich und wie kann er dem 1. FC Kaiserslautern weiterhelfen?

Mateusz Klich. (Foto: 1. FC Kaiserslautern)

Ex-Basketballer Michael Jordan trug sie, David Beckham schnappte sie sich aus marketingtechnischen Gründen und Florian Dick hatte bei der Nummernvergabe einfach Glück. Magisch war er sowieso. Nun trägt Mateusz Klich die Nummer 23 und soll das Mittelfeld des FCK verstärken.

Was kann der Neue? Zunächst mal Verwirrung stiften und zwar bei der Aussprache seines Namens. Selbst der Moderator der SWR-Nachrichtensendung „Landesschau Aktuell“ Hans-Jakob Niehues sprach den Namen des Mittelfeldmannes bei der Nachricht seiner Vorstellung gleich in drei Variationen aus. „Glich“, „Klisch“ und „Klich“. Vermutlich tummeln sich demnächst bei Sky und an den Stammtischen wesentlich mehr Varianten und am Ende schießt Matthäus Glisch uns zum Aufstieg. Oder Klich gleicht aus? Es bleibt verwirrend. Die korrekte Aussprache geht übrigens so:

Spielerisch hat Klich vor allem im letzten Jahr in der holländischen ersten Liga (Eredivisie) überzeugt und 30 Spiele für den PEC Zwolle absolviert. Vier Tore und neun Vorlagen sind eine ordentliche Bilanz. Als Bonbon sicherte sich Klich mit seinem Club den holländischen Pokal und gab im Finale gegen Ajax Amsterdam (5:1) gleich noch eine Vorlage. Klich weiß demnach, wie man mit dem runden Spielgerät umgeht und bezeichnet sich selbst als technisch versierten Spielertyp .

Doch laut FCK-Trainer Kosta Runjaic steckt der 24-Jährige Klich noch „mitten in seiner Entwicklung“. Stellen wir uns mal kurz vor Klich wäre ein Auto und stecke mitten in seiner Entwicklung, wurde aber gerade gekauft. „Es fehlt noch ein Reifen, die Windschutzscheibe ist noch nicht ganz dicht, aber der Blinker funktioniert einwandfrei“, würde der Autoverkäufer die Karre anpreisen. Allerdings brauchen Autos keine Fahrpraxis, um sich zu entwickeln.

Für Fußballer ist Spielpraxis dagegen fast so wichtig, wie das Szene-Café in der Innenstadt (die Klich übrigens noch mit seiner Freundin erkunden will). Spielpraxis wird er beim 1. FC Kaiserslautern vermutlich erst in der nächsten Saison regelmäßig bekommen. Denn momentan ist das Mittelfeld gut aufgestellt und wird durch die (hoffentlich) baldige Rückkehr von Alexander Ring noch besser. In der nächsten Saison lichtet sich das FCK-Mittelfeld, weil Leihspieler Kerem Demirbay, Kevin Stöger und Amin Younes den FCK wohl wieder verlassen werden – die Chance für Klich.

Lobeshymnen erhielt der Pole bereits 2011. Damals lotste Felix Magath ihn nach Wolfsburg und kündigte Klich mit folgenden Worten an: „(…) Er verfügt über vielversprechende Qualitäten, an denen er bei uns jetzt weiter arbeiten wird. Ich bin überzeugt, dass er sich nach einer Eingewöhnungszeit auch bei uns durchsetzen kann.“ Hoffen wir, dass Magath und Runjaic genau wissen/wussten, welchen Diamanten sie verpflichtet haben und der FCK ihn zu Ende schleift.

Es ist die Krux des FCK: Finde gute Spieler, die bezahlbar sind und uns auf Dauer weiterhelfen. Klich hat Bundesligaerfahrung, hat in den Niederlanden sein Können gezeigt und ist zehnfacher polnischer Nationalspieler. Sicher, Nationalspieler waren Jakub Świerczok und Kamil Kosowski auch, werden einige Skeptiker und Rohrspatzen nun unken. Kosowski machte nur ein gutes Spiel (wir erinnern uns an das Derby gegen Mainz am 5. Dezember 2004) und Świerczok hatte viel Pech. Setzt Klich folglich die eher mittelmäßigen Erfolge unserer polnischen Kicker fort? Ich denke nicht! Dafür sprechen seine Erfahrung in mehreren Ligen und der Bundesliga, die Kosowski und Świerczok nicht nachweisen konnten.

Einen ersten Eindruck bietet das Scouting-Paradies YouTube. Dort lässt sich Klichs Können erahnen. Aber ein kurzer Blick genügt, um zu erkennen, dass der Junge präzise schießen kann, auch mal die Rübe hinhält und durchaus wertvolle Standards und Assists für Lakic und Co. servieren könnte. Klar darf man ein paar Ausschnitte aus einer Videoplattform nicht überbewerten, aber ich kann aus jahrelanger Bolzplatzerfahrung sagen, diesen Ball (ab Sekunde 47) versenkt nicht jeder genau so, nur weil die Vorlage gut war.

Ob Klich über den Status des ewigen Talentes hinaus kommt, hängt logischerweise von ihm selbst ab, aber auch von der Spielpraxis. Und die wird er beim 1. FC Kaiserslautern früher oder später bekommen. Nicht zu vergessen: Die Nummer 23 ist magisch und sollte Glück bringen. Willkommen beim 1. FC Kaiserslautern, Mateusz Klich!

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