FCK-Album: Ben Redelings stellt neues Buch vor

Ob Walter Frosch, Hans-Peter Briegel oder Stijn Vreven – sie alle hat Autor Ben Redelings in einem Buch zusammengefasst. Das FCK-Album enthält nicht nur jede Menge Anekdoten, sondern haufenweise Bilder und Kuriositäten rund um den 1. FC Kaiserslautern. Wir haben mit Redelings über die Entstehung und die krassesten Geschichten gesprochen.

Du hast nun das FCK-Album veröffentlicht – wie lange hast Du dafür gebraucht?
Ben Redelings
: Das lässt sich nicht so ganz runterbrechen, aber ich habe für die meisten Alben in der letzten Ausführung knapp zwei Monate gebraucht. Das hängt natürlich immer davon ab, wie dankbar ein Verein ist. Und der FCK war relativ dankbar. (lacht) Da heißt, es war viel Material da. Und da ich nun endlich das Glück habe, dauerhaft mit Bildern arbeiten zu dürfen, war es mein besonderes Anliegen, die Bücher mit dem schönen Material zu füttern.

Du hast dich lange mit dem FCK beschäftigt – was macht den FCK aus?
Ben: Ich bin immer wieder erstaunt, dass man die Grundseele eines Vereins in den Personen der jeweiligen Historie wieder erkennt. Das ist bei meinem eigenen Verein (Ben ist Fan des VfL Bochum, d. Red.) natürlich etwas schwierig, weil wir noch nie etwas gewonnen haben (lacht). So entstehen andere Helden. Bei uns sind es Michael „Ata“ Lameck und Hermann Gerland. Bei euch gibt es diese Helden, die sind aufgrund der Erfolge einfach da. Ich finde es klasse, dass auch heute noch FCK-Fans auf Menschen wie Fritz Walter zurückkommen. Diese Seele von Fritz Walter schwebt über dem ganzen Verein. Das macht den FCK so sympathisch. Das spürst du auch von außen. Wenn du dich länger damit beschäftigt, wird noch mal deutlich, warum man diese Traditionsvereine mag und was sie von den Klubs, die wir jetzt gerade neu erleben, unterscheidet. Es ist diese Seele – die werden Hoffenheim und Co. niemals dazu kaufen können.

Was war die krasseste Story des FCK?
Ben: Also über diese Geschichte kann man ja echt streiten, aber es ist die Wieschemann-Story. Mittlerweile existiert der Mittschnitt aus der Sendung Doppelpass wieder bei YouTube. Lange Zeit wurde er regelmäßig entfernt. Ich habe das damals gesehen und es erst nicht für möglich gehalten. Diese Geschichte – das weiß ich von meinen Lesungen – die kommt natürlich super beim Publikum an. Ob es der FCK-Fan lustig findet, würde mich natürlich interessieren?!

Geht. Im Nachhinein schon, damals war es sehr peinlich.
Ben: Das höre ich öfter! War ja auch keine schöne Zeit damals.

Es ist ja bekannt, dass du einen riesigen Fundus an allerhand Fußball-Utensilien besitzt. Dürfen dir FCK-Fans eigentlich etwas zusenden oder ist kein Platz mehr?
Ben: Großartig! Dafür bin ich immer total offen. Weil, ganz ehrlich, man versucht natürlich so viel zu fischen und aufzusammeln, wie es geht, aber man kommt nie an alles dran. An ganz besondere Schätze sowieso nicht. Und wenn irgendjemand etwas hat, bitte sofort über meine Webseite oder den Verlag schicken. Wir werden uns, sofern es in der nächsten Auflage drin ist, sicherlich nicht lumpen lassen.

Ben Redelings (Foto: Sascha Kreklau)

Könntest Du dir eine Kooperation mit dem FCK-Museum vorstellen?
Ben:
Ich habe auf der zweiten Buchseite Hagen Leopold gedankt, weil er mir einige sehr, sehr schöne Sachen zur Verfügung gestellt hat, die das Buch bereichern. Ich kann mir natürlich alles vorstellen. Beispielsweise schöne Abende. Ob die im Museum oder woanders stattfinden, müssen wir mal gucken.

Was können FCK-Fans in deinem Album entdecken, was sie noch nicht über ihren Verein gewusst haben?
Ben:
Das kann ich gar nicht so beurteilen. Es gibt die total interessierten Hardcore-Fans, die möglicherweise alles schon kennen. Ich kann es nur aus meiner Sicht sagen, weil ich ja auch das Album für meinen VfL gestaltet habe und ebenso enthusiastisch wie an den anderen Alben dran gearbeitet habe – also wenn ich dieses Buch als Fan geschenkt bekäme, dann hätt‘ ich Spaß dran.

Gibt es eine begrenzte Anzahl der Alben?
Ben:
Die Alben, die ich mir zu getraut habe, waren tatsächlich diese elf Alben, die jetzt auf dem Markt sind. Bei allen anderen Vereinen würde ich eher zuarbeiten. Da würde ich mich selbst nicht mehr alleine ran trauen. Diese elf Vereine verdienen es auch, so berücksichtigt zu werden. Gut, beim VfL Bochum hat der Verlag jetzt aus ökonomischer Sicht nicht jubiliert (lacht), den hab‘ ich als Bonus obendrauf gepackt. Aber bei den anderen Vereinen war klar, dass die so viel Stoff und Geschichten bieten, dass man da mit Freude rangehen kann.

Und wie wird zusammen mit deinem Verlag festgelegt, welche Vereine das sind?
Ben:
Die Verlage wissen heute natürlich auch, welche Vereine eine große Anhängerschaft haben und welche nicht. Aber so gehe ich an die Sache nicht ran. Ich kann immer nur sagen, wo ich neue Geschichten habe oder wo ich neue Geschichten entdecke – oder wo dir auch noch etwas erzählt wird. Neulich saß ich beispielsweise bei Victoria Hamburg in einer Kneipe, das war an einem der letzten WM-Abende. Und der Wirt erzählt mir plötzlich Geschichten von Walter Frosch aus seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern (Frosch wurde vom damaligen Coach Erich Ribbeck zum Treppenlauf verdonnert – mit Hans-Peter Briegel auf dem Rücken, d. Red.). Da habe ich natürlich sofort die Lauscher aktiviert und sie mit ins neue Buch aufgenommen. Die Geschichte wäre sonst weg gewesen. Sie ist exemplarisch für Walter Frosch und für Erich Ribbeck. Und wenn dann noch Hans-Peter Briegel drin vorkommt, herrlich. Eine großartige Geschichte!

Unser aktueller Pressesprecher Stefan Roßkopf kommt auch im Buch vor. Als damaliger Fanbeauftrager mit einer Aussage, die er damals dem Kicker im Vertrauen gesagt hat. Gibt es heute negative Reaktionen von Spielern oder Funktionären, wenn Sie sich im Buch lesen?
Ben:
(Lacht) Eher im Gegenteil. Oftmals kommen die Leute zu mir und fragen: „Kannste mir mal sagen, auf welcher Seite ich steh‘?“ Also ich habe noch nie etwas Negatives gehört. Aber ich wäge natürlich immer ab. Es gibt spezielle Geschichten oder besonders dummes Verhalten von Profis. So etwas würde ich nie reinpacken, wenn mir es jemand im Vertrauen erzählt. Also ich würde nie Spieler oder Funktionäre in einem Licht erscheinen lassen, in dem sie blöd rüberkommen. Wenn, dann sind sie selbst dafür verantwortlich (lacht). Aber das ist auch so eine Sache. Beispielsweise bei Thorsten Legat. Es ist einfach schön zu sehen, wenn Leute zu dem stehen, was sie gemacht haben. Thorsten sagt heute noch, die Geschichte in Stuttgart mit dem „Negersaft“ (Legat hatte 1999 als Spieler des VfB Stuttgart ein Poster, das seinen damaligen Mitspieler Pablo Thiam mit einer Trinkflasche zeigte, das Wort „Negersaft“ geschrieben, d. Red.) tue ihm heute noch furchtbar Leid. Und er schäme sich bis heute dafür und weiß nicht, wie es ihm passieren konnte. So eine Reaktion finde ich besser und ehrlicher, als wenn jemand versucht, Dinge im Nachhinein klein zu reden.

Wer Ben Redelings mit neuen FCK-Utensilien versorgen möchte, meldet sich am besten unter folgender Mail:post@scudetto.de.

Das FCK-Album ist im Verlag Die Werkstatt erschienen.

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